Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland von Karl Friedrich Louis Dobermann, einem Steuereintreiber, der sich einen effektiven persönlichen Schutzhund wünschte, geschaffen, hat sich der Dobermann dank seiner eleganten und athletischen Silhouette als eine der erkennbarsten Schutzrassen der Welt durchgesetzt.

Ursprung und Geschichte

Im Gegensatz zu vielen Arbeitsrassen, die für landwirtschaftliche oder hirtliche Zwecke entwickelt wurden, wurde der Dobermann von Anfang an als Wach- und persönlicher Schutzhund konzipiert. Karl Dobermann soll je nach Quelle mehrere Rassen (Rottweiler, Deutscher Pinscher, Greyhound, Weimaraner) gekreuzt haben, um einen kraftvollen, schnellen und einschüchternden Hund zu erhalten. Die Rasse trägt seinen Namen seit 1900, kurz nach dem Tod ihres Schöpfers.

Körperliche Merkmale

  • Größe: 68–72 cm Schulterhöhe bei Rüden, 63–68 cm bei Hündinnen
  • Gewicht: 34–45 kg
  • Fell: kurz und glatt, schwarz-loh oder braun-loh gefärbt
  • Statur: schlank, muskulös, für Geschwindigkeit und Ausdauer statt rohe Kraft gebaut

Wesen

Entgegen seinem manchmal übertriebenen Ruf als aggressiver Hund ist der moderne, gut selektierte und richtig sozialisierte Dobermann ein intelligenter, loyaler und im Allgemeinen emotional stabiler Hund. Sein Schutzinstinkt bleibt jedoch deutlich vorhanden, was eine frühe und konsequente Sozialisierung erfordert, ähnlich wie beim zuvor erwähnten Cane Corso oder Beauceron.

Berufe und Disziplinen des Dobermanns

  • Wach- und persönlicher Schutz: seine historische Rolle, nach wie vor aktuell
  • Hundesport: Gehorsam, RCI, manchmal Mondioring — weniger dominant als der Malinois, aber durchaus konkurrenzfähig
  • Polizeihund: historisch bei verschiedenen Ordnungskräften vertreten, wenn auch heute weniger verbreitet als der Malinois und der Deutsche Schäferhund
  • Suchhund: Geruchs- und Ausdauerfähigkeiten, die ihn zu einem ernstzunehmenden Kandidaten machen, wenn auch seltener in dieser Spezialität

Gesundheit und Lebenserwartung

Lebenserwartung von 10 bis 13 Jahren. Rassenspezifische Punkte zur Beachtung:

  • Dilatative Kardiomyopathie — eines der am besten dokumentierten Gesundheitsthemen der Rasse, eine regelmäßige Herzuntersuchung wird empfohlen
  • Von-Willebrand-Krankheit — eine Gerinnungsstörung, die in bestimmten Linien vorhanden ist
  • Hüftdysplasie, wenn auch seltener als bei schwereren Rassen

Ein Schutzhund mit manchmal verzerrtem Image

Der Dobermann leidet noch immer unter einem Ruf, der von historischen Verwendungen (insbesondere militärischen) und wenig nuancierten Medienbildern herrührt. Gut selektiert, sozialisiert und erzogen, ist er in Wirklichkeit ein loyaler, athletischer und bemerkenswert intelligenter Begleiter — eine der ausgeglichensten Schutzrassen, wenn seine Bedürfnisse richtig verstanden werden.