Wälder, Wiesen, Unterholz: Hunde, die viel in der Natur unterwegs sind, sind besonders Zecken und dem, was sie übertragen, ausgesetzt. So erkennt man das Risiko, handelt schnell und beugt effektiv vor — das ganze Jahr über, nicht nur im Sommer.
Der Zeckenzyklus und warum das Risiko das ganze Jahr über besteht
Entgegen einer verbreiteten Annahme verschwinden Zecken im Winter nicht vollständig — sie bleiben aktiv, sobald die Temperatur einige Grad übersteigt, auch bei mildem Wetter mitten im Winter. Der Aktivitätshöhepunkt liegt im Frühjahr und Herbst, aber ein Hund, der regelmäßig Wälder, Wiesen oder Unterholz besucht, bleibt über einen Großteil des Jahres exponiert, besonders in einer Region wie der Großregion mit ihren zahlreichen Waldgebieten.
Die von Zecken übertragenen Krankheiten
- Piroplasmose (Babesiose) — zerstört rote Blutkörperchen, kann sehr schnell verlaufen; Fieber, dunkler Urin, plötzliche Erschöpfung sind Alarmsignale
- Borreliose (Lyme-Krankheit) — zeitweiliges Hinken, Erschöpfung, Gelenk- oder Nierenbeschwerden in fortgeschrittenen Formen
- Ehrlichiose — beeinträchtigt das Immunsystem und kann zu Gerinnungsstörungen führen
Diese Krankheiten treten nicht immer sofort nach dem Biss auf — eine Verzögerung von mehreren Tagen bis mehreren Wochen ist häufig, was die Überwachung nach jedem Ausflug umso wichtiger macht.
Alarmsignale erkennen
Ungewöhnliche Erschöpfung, Appetitverlust, Fieber, dunkler Urin, Hinken ohne erkennbare Ursache, geschwollene Lymphknoten: Diese Anzeichen rechtfertigen, besonders wenn sie in den Tagen oder Wochen nach einem Ausflug in ein Risikogebiet auftreten, eine schnelle tierärztliche Konsultation statt einer langen bloßen Beobachtung.
Eine Zecke richtig entfernen
- Eine Zeckenzange verwenden (spezielles Häkchen), niemals die Finger oder eine normale Pinzette, die riskieren, die Zecke zu zerquetschen und das Übertragungsrisiko zu erhöhen
- Die Zecke so nah wie möglich an der Haut greifen, ohne sie zu zerquetschen
- Sanft drehen (in eine Richtung, ohne brutal zu ziehen), bis sie sich vollständig löst, Kopf eingeschlossen
- Die Stelle desinfizieren nach dem Entfernen und die folgenden Tage überwachen (anhaltende Rötung, Schwellung)
Vorbeugung: die entscheidenden Hebel
- Ein geeignetes Antiparasitikum (Halsband, Pipette, Tablette je nach Hundeprofil), zu erneuern nach dem vom Tierarzt empfohlenen Protokoll — häufiger in Zeiten hoher Exposition
- Eine systematische Kontrolle nach jedem Naturausflug, besonders um die Ohren, zwischen den Zehen, unter den Achseln und am Bauch — Stellen, an denen sich Zecken gerne niederlassen
- Regelmäßiges Bürsten, das es ermöglicht, eine Zecke früh zu entdecken und auch eine beginnende Hautreizung zu bemerken
- Vermeiden, dass der Hund durch hohes Gras läuft, während der Perioden hoher Aktivität, wenn möglich
Ein verstärktes Thema für aktive und Arbeitshunde
Für Hunde, die regelmäßig im Wald oder auf dem Land trainieren oder arbeiten (Suche, Fährtenarbeit, Hundesport im Freien), ist die kumulierte Exposition deutlich höher als bei einem Begleithund mit begrenzteren Ausflügen. Ein verstärktes Antiparasitenprotokoll und eine nahezu systematische Kontrolle nach jeder Einheit werden dann zu professionellen Reflexen, nicht zu bloßen gelegentlichen Vorsichtsmaßnahmen — die frühzeitige Entdeckung einer Zecke verändert fast immer den Verlauf dieser Krankheiten.